An alle Freunde
Ich sah da diesen Film heut' Abend und ich werde ihn nicht mehr los
Die Bilder ziehen an mir vorbei
Er hatte dieses Etwas von beängstigendem Wahrheitsgehalt
Und mein eignes Leben zieht an mir vorbei
Es ist als wäre alles
Längst vergessene wieder zu neuem Leben erwacht
Und ich fühle die Tragweite
Unserer Schmerzen in der Weite der sternklaren Nacht
Und der Gedanke etwas versäumt zu haben
Hat mich um den Schlaf gebracht.
Und ich spüre die Notwendigkeit
Und die Kraft das nun endlich die Zeit
Einer weiteren Chance gekommen sein mag
Die sich solang in meinen ängsten verbarg.
Hatte ich denn schon vergessen wie wertvoll mir mein Leben ist
Oder hat sich meine Dankbarkeit durch ein Hosentaschenloch verpisst
Ist mir der Erfolg zu Kopf gestiegen, trag ich ihn als Schutzschild vor mir her
Denn die Erinnerung an all die Niederlagen brennen immer noch sehr
Wie viele Freunde hab' ich
Aus Angst an die Hochnässigkeit wohl verlor'n
Und dabei wär' ich beinah
In der Trägheit meines eigenen Herzens erfrohr'n
Und dies nur, weil ich nicht zeigen wollte,
wie sehr mein Herz nach Anerkennung brennt
es ist nun mal wirklich mein wundester Punkt
wenn man meine Lieder in den Pfützendreck tunkt
sie sind nun einmal alles was ich noch hab'
weil ich alle andern Fähigkeiten für sie hingab.
An alle Freunde die gegangen, an alles Leben das veerschied
An alles Gute das gewesen, an alle Chancen die ich mied
Ich will mit Euch von vorne anfangen, ohne Euch verlor mein Leben an Sinn
Ich war zu sehr in mir gefangen, als ich den Weg entlang geeilt bin.
Drum schenk mein Glas noch einmal ein, mit jenem billigen roten Wein
Denn was ich Dir noch zu sagen hätte, dauert länger als eine Zigarette.


