Der Lenz
Ein leiser Wind hat sich erhoben
und die ersten Blätter fallen von den Bäumen herab
die ersten Vögel ziehen schon gen Süden
und auch du ziehst - mit ihnen mit
Der einst so junge Lenz wird älter
Züge ersten Ernstes stehen in seinem Gesicht
die Sonne brannte unbarmherzig auf ihn hernieder
die Schatten kämpfen bereits mit dem Licht.
Noch sträubt er sich und will nicht weiter
er fürchtet sich vor der Unbeweglichkeit
die er im Herbst bereits schon glaubt zu erahnen
versucht stehen zu bleiben - vor seiner Zeit.
Doch kann er einfach stehen bleiben
fragt er sich oder fegt die Zeit ihn einfach mit
macht das stehenbleiben wollen ihn vielleicht erst zum Greise
Warum geht er nicht einfach freiwillig mit.
Oh Mensch Lenz laß dich einfach fallen
der Wind wird dich bringen an manch' schönen Ort
der Sommer wollt dich gerben der Herbst wird dich färben
und der Winter bringt dich zum sicheren Hort.
Wirst du gewiß auch älter sein
in dich fällt ein Strahl hinein
der dich führt auf den Weg zum Licht
ein Kind mit Falten im Gesicht
Drum bleib nicht stehn, geh deinen Weg
laß altes los um neues zu sehn
Das Leben will dich heben weiten
du wirst es schon sehen verstehen beizeiten
komm laß schon los tritt aus der Runde
wohl an denn Herz - nimm Abschied und gesunde.


