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Wo bist Du

Du winkst noch lange dem Zug hinterher
Siehst seine Hand immer kleiner werden
Ihm fällt es leicht - für dich ist es schwer
Sein Leben ist voll und deines scheint leer.

Du gehst zurück in die Höhle des Löwen
Er geht an's Meer und singt mit den Möwen
Und er scheint nicht zu wissen wie sehr du ihn brauchst
Wenn der Boden wieder nachgibt und du tief in's Leere tauchst.

Wo bist du ich kann dich nicht mehr seh'n
Und ich seh in dein Gesicht und ich weiß du bist weit weg von hier
Wo bist du ich seh dich vor mir steh'n
Doch ein unendlicher Graben steht zwischen dir und mir.


Eines Tages hingen die Wolken wieder tief
Und plötzlich schien es als ob jemand deinen Namen rief
Da nahmst du deine sieben Sachen und gingst auf und davon
Und die Eltern verlor'n nun auch die Tochter nach dem Sohn.

Und das Blatt schien sich zu wenden und du schwammst wieder oben auf
Du warst nun auf dem Weg und das Schicksal nahm seinen Lauf
Dein Bruder wurde von den Wellen an das Land gespült
Und im eig`nen Schmerz erst hat er deinen tiefen Schmerz gefühlt.

Wo bist du ich kann dich nicht mehr seh'n
Und ich seh in dein Gesicht und ich weiß du bist weit weg von hier
Wo bist du ich seh dich vor mir steh'n
Doch ein unendlicher Graben steht zwischen dir und mir.


Der Schmerz war aufgeschoben - nicht aufgehoben
Und irgendwann holte er dich dann wieder ein
War es ein Erlebnis oder dein ganzes Schicksal eben
Was es auch war du stand'st damit völlig allein.

Du hieltest tapfer stand hast deine ganze Kraft gegeben
Doch sie waren in der überzahl und fielen über dich her
Eine (ganze) Heerschar von Dämonen sie wollten dir an's Leben
Und von dem Moment an gab es für dich kein Entrinnen mehr

Wo bist du ich kann dich nicht mehr seh'n
Und ich seh in dein Gesicht und ich weiß du bist weit weg von hier
Wo bist du ich seh dich vor mir steh'n
Doch ein unendlicher Graben steht zwischen dir und mir.


Seither verstrich nun eine viel zu lange Zeit
Von tiefsten inneren Kämpfen und unermesslichem Leid
Wie oft hast du in Krämpfen eine Nacht im Auto verbracht
Weil kein Muskel sich mehr rührte in der Seele tiefster Nacht.

Wie oft hab' ich dich dann gesucht einmal vom Segelflugzeug aus
Deinen Anrufbeantworter vollgesprochen tagein tagaus
Irgendwann bist du dann plötzlich wieder aufgetaucht
Ausgepowert und erschöpft - völlig verbraucht.

Wo bist du ich kann dich nicht mehr seh'n
Und ich seh in dein Gesicht und ich weiß du bist weit weg von hier
Wo bist du ich seh dich vor mir steh'n
Doch ein unendlicher Graben steht zwischen dir und mir.


Oh' Schwester willst du es nur wagen
Es scheint unmöglich schier
Dein Herz durch deine Hölle zu tragen
Es sind der Prüfungen ja vier

Die erste führt dich durch das Feuer - sie brennt all' das Alte heraus
Die zweite führt dich durch das Wasser -Und spült alle Schmerzen hinaus
Die dritte Prüfung wirbelt dich durch die Luft - und die Gedanken werden wieder frei
Am Ende landest du auf der Erde - gründest deine Wurzeln wieder neu.

Höre Oh`Lausche, lausche nur
Was deine Stimme in dir spricht
Höre Oh`Lausche, lausche nur
Denn deine Stimme täuscht dich nicht   lau-sche nur...